Dienstag, 10. April 2018

22 Millionen Bürger machen Steuererklärung im Internet

Zahl der Online-Steuererklärungen steigt 2017 um rund 5 Prozent und hat sich seit 2012 fast verdoppelt



Immer mehr Bundesbürger reichen ihre Steuererklärung online beim Finanzamt ein. 22,1 Millionen Steuerzahler erklärten 2017 ihre Einkommenssteuer elektronisch über den Online-Dienst ELSTER. Das entspricht einem Anstieg um etwa 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr mit 21 Millionen Online-Steuererklärungen. Seit 2012 (12 Millionen) hat sich die Zahl fast verdoppelt. 

Das berichtet der Digitalverband Bitkom auf Basis von Daten der Finanzverwaltung. „Die Online-Steuererklärung spart Papierkram, Zeit und Nerven. Das wissen immer mehr Steuerzahler zu schätzen“, sagt Bitkom-Steuerexperte Thomas Kriesel. „Das ELSTER-Projekt ist ein positives Beispiel für die erfolgreiche Digitalisierung von Verwaltungsdienstleistungen, auch wenn das komplexe deutsche Steuerrecht dadurch nicht einfacher wird.

“Im gewerblichen Bereich akzeptieren die Finanzbehörden mittlerweile ausschließlich elektronische Steuererklärungen. Für Privatpersonen ist das dagegen grundsätzlich keine Pflicht. Kriesel: „Wer einmal die aufwändige Registrierung durchlaufen und das Verfahren genutzt hat, wird schnell davon überzeugt sein, dass die Online-Steuererklärung viel bequemer und weniger fehleranfällig ist als das Ausfüllen von Papierformularen.“

Neu ab dem Steuerjahr 2017 ist, dass grundsätzlich keine Belege und separate Aufstellungen mehr an das Finanzamt versendet werden müssen. Es reicht aus, wenn diese für mögliche Rückfragen aufbewahrt werden. Damit ist die Bearbeitung der Steuererklärung in der Regel durchgängig elektronisch möglich. Denn die meisten für die Besteuerung wichtigen Nachweise werden von Dritten, etwa Banken und Sozialversicherungen, automatisch und ebenfalls in digitaler Form an die Finanzverwaltung übermittelt.

Ab 2019 längere Fristen für die Abgabe


Die allgemeine Frist für die Abgabe der Einkommenssteuererklärung ist der 31. Mai 2018. Ab 2019 gelten für alle Steuerpflichtigen verlängerte Erklärungsfristen bis Ende Juli. Zwei Monate länger Zeit haben bereits in diesem Jahr Steuerzahler in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen, sofern die Steuer elektronisch erklärt wird. In Rheinland-Pfalz gilt die verlängerte Frist bis zum 31. Juli 2018 für alle Steuerpflichtigen. Wer seine Steuererklärung durch einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein erstellen lässt, hat grundsätzlich bis zum Jahresende Zeit. 

Die Finanzverwaltung hat ihr Internetportal www.elster.de im vergangenen Jahr von Grund auf überarbeitet. Voraussetzung für die Nutzung der elektronischen Steuerklärung ist eine einmalige Registrierung und postalische Authentifizierung, was mehrere Tage in Anspruch nimmt. 

Die Steuer kann auf zwei Wegen erklärt werden: Über „Mein Elster“ können Steuerdaten direkt im Browser und vollkommen papierlos abgegeben werden – das erspart das Herunterladen, Installieren und Aktualisieren spezieller Programme. 

Alternativ bietet das Online-Finanzamt das Programm „ElsterFormular“ zum Download, mit dem die Steuererklärung offline bearbeitet und online an das Finanzamt übermittelt werden kann. Zudem gibt es zahlreiche gewerbliche Software-Produkte, die eine elektronische Steuererklärung über die ELSTER-Schnittstelle zulassen. „Professionelle Steuer-Software bietet in der Regel mehr Komfort bei der Eingabe und gibt auch für Laien verständliche Tipps zum Steuersparen. Die Investition kann sich schnell rechnen“, sagt Kriesel.


Hinweis zur Methodik: Die Angaben zur Zahl der elektronischen Einkommensteuererklärung basieren auf Daten der Finanzverwaltung.

Freitag, 30. März 2018

Backup-Kultur in Deutschland hat viel Entwicklungspotenzial

Zum World Backup Day am 31.03. fordert der eco Verband ein stärkeres Bewusstsein für das Thema Datensicherung




Backups retten Daten, sind in Deutschland jedoch noch lange nicht in einem angemessenen Maße üblich. Täglich verlieren Unternehmen wichtige Daten und Privatpersonen unwiederbringliche Erinnerungen wie Familienfotos, Videos und E-Mails. „Backups sind nicht nur Nice-to-have, sondern eine Notwendigkeit in unserer digitalisierten Lebens- und Arbeitswelt“, sagt Markus Schaffrin, Geschäftsbereichsleiter Mitglieder Services und Security-Experte im eco – Verband der Internetwirtschaft e. V.

Private Daten am stärksten gefährdet


„Ob aufgrund von Hard- oder Softwarefehlern, Geräteverlust oder Cyberkriminellen – die Möglichkeiten sind vielfältig, Daten für immer zu verlieren, wenn es kein Backup gibt“, so Markus Schaffrin weiter. Während große Unternehmen angemessene Datensicherungs-Systeme bereits nutzen, hinken kleine und mittelständische Unternehmen sowie Privatpersonen oft noch hinterher. Laut IT-Security-Studie 2017 des eco Verbands konnten 78 Prozent der Unternehmen nach einem Ransomware-Vorfall ein Backup zurückspielen. Private Daten sind nach einem solchen Vorfall jedoch meist verloren: Laut einer statistischen Untersuchung des World Backup Days haben 30 Prozent der Verbraucher ihre Geräte nie gesichert.

„Die Frage ist nicht, ob Ihr Computer, Ihr Tablet oder Ihr Smartphone irgendwann einmal den Dienst quittieren. Die Frage lautet, wann das passieren wird“, gibt der World Backup Day zu bedenken. „Die Hälfte der aktuell im Einsatz befindlichen Festplatten wird voraussichtlich in den nächsten fünf Jahren den Dienst quittieren, inklusive dem Verlust der darauf gespeicherten Daten“, heißt es auf der Website weiter.

Cloud-Lösungen und externe Speichermedien machen Backups einfach


Kopien von allen Daten an einem zweiten, sicheren Ort abzulegen ist dabei heute einfacher denn je. Anwendungen für Computer, Tablets und Smartphones machen die Sicherung für jeden in kurzer Zeit möglich – beispielsweise über Cloudlösungen oder externe Gerätespeicher. „Die Datensicherung des Computers und der mobilen Geräte sollte wie das tägliche Zähneputzen zu einem unverzichtbaren Ritual werden – nicht nur zum World Backup Day am 31. März“, fordert Schaffrin.

Die drei häufigsten Verlustszenarien

1. Der technische Ausfall: Zu 33 Prozent fallen die Geräte aufgrund eines technischen Defekts einfach so aus – natürlich wenn man nicht damit rechnet.

2. Zufälliger Schaden: Zu 18 Prozent sind Verlust oder ein zufälliger Schaden wie ein zerbrochenes Smartphone für Datenverlust verantwortlich.

3. Die Infektion: Zu 13 Prozent werden die gespeicherten Daten Opfer von Trojanern, Viren oder Übergriffen von Kriminellen über Schadcode.

Quelle: Repräsentative Umfrage des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) anlässlich des World Back-up Days 2018.

Die Initiative Botfrei, ein Service von eco – Verband der Internetwirtschaft e. V., hat im Botfrei-Wiki allgemeine Informationen zu Backups und diverse Anleitungen für die Betriebssysteme Windows, Android und iOS zusammengestellt.

Sonntag, 25. März 2018

Der Handel muss sich neu erfinden

Jeder zweite Online-Käufer sieht die Grenzen zwischen Online und Offline zunehmend verschwinden




Ob stationärer Handel oder Online-Händler – die Digitalisierung verändert das Einkaufen. Kunden haben neue Anforderungen an die Verfügbarkeit von Produkten, die Transparenz von Preisen und das komplette Einkaufserlebnis. Die Händler müssen darauf reagieren. Das hat eine repräsentative Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 1.152 Internetnutzern ab 14 Jahren ergeben. 

So sagen 77 Prozent aller Online-Shopper, dass sich der stationäre Handel in den Innenstädten neu erfinden muss. Ähnlich viele Befragte (75 Prozent) finden, dass der stationäre Handel nicht mit den Preisen im Internet mithalten kann. Allerdings sagen lediglich 29 Prozent der Befragten, dass Online-Shops im Vergleich zum stationären Handel den besseren Service haben. 

Auch in anderen Belangen hat der Offline-Handel die Nase vorne. In den Augen der Online-Shopper sind die wichtigsten Vorteile des Kaufs im stationären Handel, dass man das Produkt anfassen und testen kann (83 Prozent), dass man das Produkt sofort mitnehmen (79 Prozent) sowie Versandkosten sparen kann (55 Prozent) und dass man im Geschäft persönlich beraten wird (62 Prozent). 

Die Kunden wollen das Beste aus beiden Welten


„Verbraucher schätzen es, sowohl online als auch offline einzukaufen. Die Kunden wollen das Beste aus beiden Welten – und das nahtlos. Sie möchten online schauen können, ob ein Kleidungsstück im Laden in der entsprechenden Größe vorliegt. Im Geschäft schätzen sie innovative Services dank digitaler Technologien, beispielsweise ein Tablet, mit dem sie in der Umkleidekabine andere Größen anfordern können“, sagt Bitkom-Handelsexpertin Julia Miosga.

Sechs von zehn Online-Käufern (61 Prozent) sind der Meinung, dass der stationäre Handel auf digitale Technologien setzen sollte, um einzigartige Einkaufserlebnisse zu schaffen. Mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) sagt außerdem, dass durch die Digitalisierung Online- und Offline-Handel miteinander verschmelzen. „Der hybride Kunde ist längst Wirklichkeit. Nun sollte der Handel unbedingt entsprechende Konzepte und Angebote nachlegen, um ein nahtloses Einkaufen – egal über welchen Kanal – zu ermöglichen“, sagt Miosga.

Weitere Ergebnisse aus der Studie „Online-Shopping beliebter als Einkaufen im Laden“ gibt es hier .

Samstag, 17. März 2018

Bürohunde können das Betriebsklima nachhaltig verbessern

Kollegin Julie senkt tierisch das Stressniveau


Foto: djd/UDI

Das ist Bürohündin Julie:
Sie empfängt morgens aufmerksam jeden Mitarbeiter und ist bei allen Kolleginnen und Kollegen ein gern gesehener Gast.

Hunde gelten als die treuesten Freunde des Menschen. Ihre sozialen Eigenschaften könnten auch im Büro zum Tragen kommen: Hier können sie den Stresspegel senken, die Stimmung und das Betriebsklima verbessern und manchmal sogar als Seelentröster fungieren, wenn jemand allzu sehr unter Druck steht. 

Dennoch sind Hunde in deutschen Büros noch kaum verbreitet. Grundsätzlich entscheidet immer der Chef, ob Mitarbeiter ihre Hunde an den Arbeitsplatz mitnehmen dürfen, er kann diese Entscheidung zudem jederzeit widerrufen. Mit den rechtlichen Fragen rund um das Thema Hunde im Büro hat sich auch die Stiftung Warentest ("Test", Heft 2/2018) ausführlich beschäftigt.

Bundesverband Bürohund betreibt Aufklärung


Ausdrücklich für mehr Vierbeiner in deutschen Unternehmen setzt sich der 2014 gegründete Bundesverband Bürohund e.V. (BVBH) mit Sitz in Berlin ein. Dabei geht es vor allem um eine vereinfachte Zulassung von Hunden in Büros. Der Verband will die Vorteile von Bürohunden für und in Unternehmen bekannt machen und Arbeitnehmer wie Arbeitgeber dabei unterstützen, einen Bürohund gewinnbringend für alle Seiten in den Unternehmensalltag zu integrieren. 

Tipps und Informationen gibt es unter www.bv-buerohund.de. Der Verband empfiehlt etwa jeder Firma, eine schriftliche, sogenannte Dog Policy zu verfassen. Darin können die wichtigsten Regeln für den Umgang mit Hunden im Betrieb festgehalten werden. In der Vereinbarung sollte stehen, wie viele Hunde insgesamt in der Firma oder pro Büroetage erlaubt sind, dass der Halter des Bürohundes eine Haftpflichtversicherung für den Vierbeiner braucht und dass er für Sauberkeit und Gesundheit des Tieres zu sorgen hat.

Dabei sein ist für Julie alles


Julie heißt die Bürohündin beim unabhängigen Nürnberger Finanzdienstleister UDI. Das Unternehmen hat sich bereits seit 20 Jahren auf umweltfreundliche Geldanlagen im Wachstumsmarkt "Grünes Geld" spezialisiert; der Bürohund ist Mitglied im BVBH. "Julie lockert das ganze Team auf", sagt Anette Rehm, Leiterin der Marketing-Abteilung. Deshalb sei die Anwesenheit der Border-Terrier-Dame mit ihren dunklen Knopfaugen sogar ausdrücklich erwünscht, auch bei Konferenzen. Falls einem Kollegen einmal die Ideen ausgehen, streichelt er Julie ein paar Minuten - danach geht es meist mit neuer Power weiter. 

Anette Rehm räumt allerdings auch ein, dass sich nicht alle Hunderassen gleichermaßen als Bürohund eignen: "Es gibt eben Hunde wie unseren kuscheligen kleinen Border Terrier, die gesellig sind und einfach nur überall dabei sein wollen." Ein Vierbeiner, der knurrender Weise den Schreibtisch von Herrchen oder Frauchen verteidigen wolle, tauge dagegen eher nicht als Bürohund.

"Bürohundtag" 2018


Am 22. Juni 2018 findet ein weltweiter "Nimm-deinen-Hund-mit-zur-Arbeit-Tag" statt. Er wurde ursprünglich durch eine überregionale Vereinigung von Tiersittern ins Leben gerufen. Zu diesem besonderen Tag, der ebenso im Zeichen der Burnout-Prophylaxe steht, sollten auch deutsche Unternehmen ihre Mitarbeiter mit ihrem entspannten Hund willkommen heißen. 

Alle Informationen zur Aktion gibt es unter www.bürohundtag.de. In Deutschland wird der Aktionstag beispielsweise unterstützt durch den Bundesverband Bürohund e.V. (BVBH).