Samstag, 10. Februar 2018

Koalitionsvertrag: 25 Versprechen an Startups

Koalition will bürokratische Auflagen für Startups reduzieren und Gründungen erleichtern



Der letzten Mittwoch vereinbarte Koalitionsvertrag sieht 25 Maßnahmen vor, von denen Startups direkt profitieren sollen. Das hat eine erste Analyse des Papiers durch den Digitalverband Bitkom ergeben. 

So soll die im internationalen Vergleich schwierige Finanzierung von Startups gleich durch zwei große Projekte verbessert werden. Dazu sind ein Tech Growth Funds sowie ein nationaler Digitalfonds mit der deutschen Industrie vorgesehen, durch den sich auch institutionelle Anleger an der Wachstumsfinanzierung von Startups beteiligen und von ihrem wirtschaftlichen Erfolg profitieren könnten. 

Startups sollen von Bürokratie entlastet werden


Zudem werden konkrete Maßnahmen aufgeführt, um Startups von bürokratischen Anforderungen zu entlasten. Dazu gehört etwa die Befreiung von der monatlichen Voranmeldung der Umsatzsteuer in den ersten beiden Jahren. „Es ist ein erfreuliches Zeichen, dass anders als noch in den Sondierungsgesprächen Startups im Koalitionsvertrag zumindest vorkommen. 

Viele der Ankündigungen sind zu unterstützen – und zeigen, dass die Politik die Bedeutung von jungen, innovativen Unternehmen für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt erkannt hat“, sagt Bitkom-Präsidiumsmitglied Catharina van Delden. „Was weiterhin fehlt ist aber eine übergeordnete Vision: Während wir uns in Deutschland im Klein-Klein der Einzelmaßnahmen verlieren, ruft unser Nachbarland Frankreich die Startup-Nation aus.“

In der vergangenen Legislaturperiode wurden Versprechen nur teilweise umgesetzt



Zugleich weist der Bitkom aber auch darauf hin, dass von den 28 in der vergangenen Legislaturperiode versprochenen Maßnahmen zur Startup-Förderung gerade einmal 10 vollständig umgesetzt wurden. 

Bereits 2013 wurden eine Gründerzeit analog der Elternzeit sowie ein One-Stop-Shop für Unternehmensgründungen angekündigt – ohne dass es zu konkreten Umsetzungsschritten kam. 

Diese Versprechen finden sich teilweise fast wortgleich auch im neuen Koalitionsvertrag wieder. Wichtige Versprechen der vergangenen Legislatur wie die Einführung eines Wagniskapitalgesetzes wurden sogar komplett fallengelassen. „Maßnahmen für Startups anzukündigen reicht nicht aus, noch dazu wenn sie teilweise sehr vage bleiben und als reine Prüfaufträge formuliert sind“, sagt van Delden. „Es kommt jetzt darauf an, dass Startup-Politik nicht nur aufgeschrieben, sondern wirklich gemacht wird.“


Die vollständige Übersicht der Startup-Maßnahmen im Koalitionsvetrag findet sich hier: getstarted.de/startup-politik-der-groko-2018/
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Freitag, 2. Februar 2018

Computer und Internet sind wichtigste Erfindung

Aktuelle Umfrage unter Jugendlichen liefert ein klares Urteil


Foto: djd/BVR
In einer Umfrage wurden Computer und Internet von 49 Prozent der befragten Jugendlichen als größte Erfindung aller Zeiten bezeichnet.

Über die Frage nach der wichtigsten Erfindung der Menschheit könnte man hitzig diskutieren und sicher hätte es zu allen Zeiten dazu andere Antworten gegeben. Unsere Urahnen aus grauer Vorzeit hätten vielleicht den Faustkeil und später dann das Rad genannt. Im 19. Jahrhundert revolutionierten Dampfmaschine, Eisenbahn und Auto die Welt, im Gesundheitsbereich könnte man die Narkose, die Desinfektion oder die Impfung als bahnbrechende Neuerungen bezeichnen. Insofern ist die Frage nach der bedeutendsten Innovation der Menschheit immer eine Momentaufnahme: Was also sehen Jugendliche heute als wichtigste Erfindung an?

Jeans wichtiger als Smartphones


In einer Kantar-Emnid-Umfrage im Rahmen des 48. Internationalen Jugendwettbewerbs "jugend creativ" der Volksbanken und Raiffeisenbanken wurden Computer und Internet von 49 Prozent der Befragten als größte Erfindung aller Zeiten bezeichnet. Mit weitem Abstand folgt das Auto (29 Prozent), die Jeans (acht Prozent) und das Smartphone (sieben Prozent). Auffällig, dass bei den 17- und 18-Jährigen immerhin 19 Prozent die Jeans für die wichtigste Erfindung halten, bei den 14- bis 16-Jährigen nannte mehr als ein Drittel das Auto - obwohl diese Altersgruppe noch gar nicht fahren darf.

Erfinder sind "Weltverbesserer"


Fast die Hälfte der Befragten könnte im Übrigen heute auf die Erfindung des Fernsehens verzichten. Ein Zeichen dafür, dass bewegte Bilder heute vorzugsweise über den Computer und das Smartphone angeschaut werden. Zwei Drittel der befragten Jugendlichen unterstellen Erfindern, dass diese mit ihren Innovationen die Welt grundsätzlich verbessern wollen, nur gut jeder Fünfte hält das Streben nach Reichtum für das Hauptmotiv der Tüftler. Weniger als jeder Zehnte meint, dass die Aussicht auf Berühmtheit Erfinder antreibt.

Internationaler Jugendwettbewerb rund um das Thema Erfindungen


Beim aktuellen Jugendwettbewerb sind Kinder und Jugendliche dazu aufgerufen, sich kreativ auf eine Reise in die Welt der Erfinder, Forscher und Entdecker zu begeben. Bis zum 21. Februar 2018 können sich Schüler der 1. bis 13. Klasse sowie Jugendliche bis 20 Jahre mit Bildern und Kurzfilmen beteiligen. Die Unterlagen gibt es in den teilnehmenden Volksbanken und Raiffeisenbanken, dort sind die Beiträge auch einzureichen. Alle Informationen zum Wettbewerb stehen unter www.jugendcreativ.de, Kurzfilme können zudem auf das Videoportal www.jugendcreativ-video.de hochgeladen werden. Zu gewinnen gibt es viele attraktive Sach- und Geldpreise.

Über 500.000 Beiträge allein aus Deutschland


Für den Jugendwettbewerb der Volksbanken und Raiffeisenbanken werden jährlich bundesweit mehr als 500.000 Wettbewerbsbeiträge eingereicht, international sind es mehr als 700.000 Beiträge pro Jahr. Nach Auszeichnungen auf Orts- und Landesebene wählen die beiden Bundesjurys Ende Mai 2018 in Berlin die besten Bilder und Kurzfilme Deutschlands aus. Schirmherrin des Jugendwettbewerbs ist Fernsehmoderatorin Shary Reeves, unterstützt wird der Wettbewerb zudem von Nachwuchsschauspielerin Harriet Herbig-Matten, Schauspieler Florian Bartholomäi und dem Physiker, Hochschullehrer und Nobelpreisträger Prof. Dr. Theodor Wolfgang Hänsch. Alle Informationen gibt es unter www.jugendcreativ.de.

Dienstag, 16. Januar 2018

Das sind die Internet-Trends 2018

Trends 2018: Smarte Ökosysteme, Künstliche Intelligenz, Blockchain und New Work


Smarte Ökosysteme, Künstliche Intelligenz, Blockchain und New Work – das sind die Trendthemen des Jahres 2018, erklärt der eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. „Die Internet-Industrie ist im Jahr 2018 stärker denn je Taktgeber für Innovation und Wachstum“, sagt eco Hauptgeschäftsführer Harald A. Summa. „Anbieter werden ihre Lösungen verstärkt zu digitalen Ökosystemen vernetzen und so mittels neuer Technologien echte Mehrwerte für Unternehmen und Privatpersonen schaffen.“

Smarte Ökosysteme im Internet der Dinge


Neue Ökosysteme im IoT (Internet of Things) ermöglichen 2018 viele neue Geschäftsmodelle in den Bereichen Smart City, Smart Home oder Industrial-IoT. Dafür müssen sich Unternehmen 2018 entlang der Wertschöpfungskette stärker öffnen und kooperieren, zeigen der eco Verband und Arthur D. Little aktuell in der Studie „Der deutsche Smart-City-, Smart-Home- und Industrial-IoT-Markt 2017-2022“. Im Bereich Smart-Home etwa liegt die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate in den kommenden fünf Jahren bei 26,4 Prozent. Großes Wachstum gibt es auch im Bereich Industrial-IoT, Deutschland zählt mit seiner breiten und innovativen Industriestruktur und der hohen Roboterdichte zu den größten Industrie 4.0-Märkten der Welt. Das heute bereits größte Marktsegment, die Automobilwirtschaft, wächst dabei mit 20,2 Prozent am schnellsten. Ein starkes Wachstum mit 18,9 Prozent pro Jahr gibt es auch im Maschinen- und Anlagenbau. Beide Segmente machen gemeinsam über 50 Prozent des gesamten Industrial-IoT-Marktes in Deutschland aus.


KI boomt dank Cloud-Computing


Künstliche Intelligenz wird uns 2018 im Beruf und im Alltag stärker denn je unterstützten. Die nötigen Rechenkapazitäten, um komplizierte Algorithmen und Entscheidungsbäume zeitnah abzuarbeiten und ein entsprechendes Ergebnis zu liefern, stehen aus der Cloud praktisch unbeschränkt zur Verfügung. Auf der Grundlage dieser technischen Entwicklung entstehen 2018 täglich neue Anwendungsmöglichkeiten für Privatpersonen und Unternehmen, etwa in den Bereichen Automotive oder Healthcare. Die Systeme verstehen zunehmend, welche Aufgabe sie für den Anwender erfüllen sollen und greifen dafür auf die Ressourcen des Netzes zu. Sprache dient dabei immer stärker als Schnittstelle zwischen Mensch und Technik. Apokalyptische Befürchtungen, die von hohen Gefahren der KI für den Menschen ausgehen, erteilt der eco Verband eine klare Absage. Ethische Fragen etwa im Bereich des autonomen Fahrens zu lösen, bleibt 2018 jedoch eine große gesellschaftliche Herausforderung.

Blockchain kommt 2018 im Mittelstand an



Die Blockchain-Technologie findet im Jahr 2018 mit zahlreichen Anwendungen Eingang in den Geschäftsalltag. Plattformen auf der Grundlage der Blockchain werden insbesondere Geschäftsanwendungen unterstützen, bei denen ein Intermediär Vertrauen stiftet und Transaktionen abwickelt. Neue Plattformen lösen dabei aktuelle Probleme im Bereich Performance und Skalierbarkeit. Das kommt beispielsweise der rasanten Entwicklung im Bereich des Internets der Dinge (Internet of Things, IoT) zugute. Mithilfe von Blockchain-Technologie lassen sich die exponentiell wachsenden Daten in den Bereichen Smart Home, Smart City und Industrial-IoT effizient und sicher verwalten und als wichtige Rohstoffe unserer digitalisierten Welt nutzen. Die Blockchain wird 2018 zu einem wichtigen Thema besonders für den Mittelstand, immer mehr Unternehmen entdecken in der Technologie großes Potenzial für´s eigene Geschäft.

New Work: Qualifikationen für die industrielle Revolution 4.0



Aufgrund des digitalen Strukturwandels, der Produktionsprozesse umfassend vernetzt, verändert sich die Arbeitswelt nachhaltig und immer schneller: Unternehmen müssen sich voll auf die Digitalisierung einstellen, um auch noch in zehn Jahren bestehen zu können. Fortbildungen und lebenslanges Lernen werden 2018 stärker denn je Grundvoraussetzung für beruflichen Erfolg. So werden immer mehr Routinearbeiten an Algorithmen ausgelagert, beispielsweise im Büro und im Alltag. Die Beschäftigten übernehmen hingegen hochkomplexe und schwer automatisierbare Aufgaben. Daher suchen Unternehmen 2018 neben IT-Fachkenntnissen auch menschliche Schlüsselqualifikationen wie Kreativität, Empathie und nicht-lineares Denken. Damit Firmen für junge Talente attraktiv sind und Experten lange ans eigene Unternehmen binden können, sollten sie Offenheit für die durch die Digitalisierung angestoßenen New-Work-Konzepte zeigen.

Samstag, 6. Januar 2018

Shopping rund um die Uhr ist wichtigster Trumpf des Online-Handels

Unabhängigkeit von Schließzeiten schätzen 77 Prozent



Bequemer geht’s nicht: Ein paar Klicks und der Einkauf ist getätigt – egal wann und egal wo. Genau das schätzen die Bundesbürger beim Online-Shopping. 

77 Prozent der Online-Shopper sagen, dass die Unabhängigkeit von Öffnungszeiten ein wichtiger Vorteil des digitalen Handels ist. 75 Prozent schätzen vor allem die Warenlieferung bis an die Haustür, 67 Prozent die Zeitersparnis, wenn man sich etwa die Parkplatzsuche und das Schlangestehen an der Kasse spart. 

Das hat eine repräsentative Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 1.152 Internetnutzern ab 14 Jahren ergeben. „55 Millionen Bundesbürger haben im vergangenen Jahr online eingekauft. Diese Zahl spricht für sich und zeigt, dass der Online-Handel die Menschen dort abholt, wo sie stehen. Nach Feierabend noch bequem Lebensmittel bestellen, sich an Adventssonntagen nicht durch volle Fußgängerzonen quälen müssen – dank Online-Shopping ist das alles kein Problem“, sagt Bitkom-Handelsexpertin Julia Miosga.

Mehr als jeder Zweite shoppt im Internet günstiger


Mehr als jeder Zweite (56 Prozent) schätzt, dass er im Online-Shop Produkte kaufen kann, die er im stationären Handel nur sehr schwer oder gar nicht bekommt. Diesen Vorteil sehen vor allem die 14- bis 29-Jährigen: Hier sagen 68 Prozent, dass die größere Produktvielfalt ein wichtiger Vorteil der Online-Shops ist. 55 Prozent aller Online-Shopper mögen, dass die Produkte im Internet günstiger sind als im Laden. „Die neuesten Sneaker, das hippste Label – im Internet werden nicht nur viele Modeträume zur Realität. Die Preise sind online außerdem oft transparenter und vergleichbarer als im Laden. Dort passiert es nicht selten, dass kein Preisschild vorhanden oder ein falscher Preis ausgezeichnet ist, was dann meist erst beim Bezahlen an der Kasse auffällt“, sagt Miosga.

Auch Lieferung nach Hause und Zeitersparnis sind große Vorteile


Knapp jeder Vierte (23 Prozent) schätzt die unkomplizierte Möglichkeit, vom Online-Kauf zurückzutreten. Anders als beim Kauf in einem Geschäft hat der Kunde nämlich das Recht dazu. Zwar bieten auch einige stationäre Läden ein eigenes Umtausch- oder Rückgaberecht an – dies ist jedoch freiwillig und liegt im Gestaltungsspielraum des Händlers. 22 Prozent shoppen online vor allem, weil es in der Nähe ihres Wohnorts keine oder nur wenige Geschäfte gibt. 

Diese Aussage bestätigen vor allem Bewohner kleiner Gemeinden mit weniger als 5.000 Einwohnern: Hier sagen 40 Prozent, dass das für sie ein wichtiger Beweggrund zum Online-Kauf ist.


Weitere Ergebnisse aus der Studie „Online-Shopping beliebter als Einkaufen im Laden“ gibt es hier 

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.152 Internetnutzer ab 14 Jahren, darunter 1.104 Online-Käufer, befragt. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Fragstellung lautete: Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Vorteile beim Online-Kauf?